Alt werden im Tierpark

Alt werden im Tierpark

Spiegelblick: Nikon D750, Sigma f/5-6.3 150-600 mm, 550 mm KB, 1/400s, f/6.3, ISO 3200, Einbeinstativ

Ich weilte bei den Schimpansen. Zuerst zog ein Schimpansen-Junges alle Blicke auf sich. Es turnte herum, guckte neugierig hinter jede Ecke, krallte sich ins Fell der Mutter und liess sich für ein paar Momente in Geborgenheit umherschaukeln.

Nicht weit davon entfernt, im Schatten des Geheges, sass dieses ältere Tier und strahlte eine unendliche Ruhe aus. Zuerst erschrak ich – aber je länger ich es beobachtete, desto mehr zog es mich in seinen Bann.

Schliesslich entschied ich mich, dieses „gezeichnete“ Tier zu fotografieren. Die Wolken hatten sich inzwischen vor die Sonne geschoben und die Schatten wurden schön weich. Die Lichtverhältnisse waren sehr knapp. Das lange Objektiv stützte ich auf dem Einbein-Stativ auf. Die ISO-Automatik schraubte den Wert bis auf 3200, damit die Verschlusszeit von 1/400s nicht überboten wurde. Das Tier sass ruhig da. Genug Zeit, den Ausschnitt mit den beiden nach unten zulaufenden Ketten zu arrangieren, zu warten, bis der Blick des Tieres zu mir wanderte – und abzudrücken.

Zuhause wollte ich das Bild wieder löschen. Schimpansen wirken sonst immer sehr agil und munter. Aber auch bei uns Menschen gibt es ein Alter, da springt man nicht mehr über Pfützen und muss jeden Berg bezwingen. Die Ruhe kommt mit dem Alter…

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