Fotografieren ist wie Fischen

Fotografieren ist wie Fischen - Steg bei Gerro mit Blick auf Ascona und Orselina

Spiegelblick: Nikon D750, Tamron f/2.8 24-70 mm, 33 mm KB, 15 s, f/8, ISO 400, Stativ, Spiegelvorauslösung

Fotografieren ist wie Fischen. Da wartest du, und „fängst“ kein Bild. Ein andermal gehst du ohne Erwartungen, und machst den „Fang des Tages“.

So erging es mir an einem Abend im Gamborogno TI. Ich wollte das Dorf Gerra ein weiteres mal in der Blauen Stunde fotografieren und begab mich etwas früh an die Fotolocation. Ich kannte den Ort, von dem aus ich schon vor zwei Jahren fotografierte. Was mache ich mit der Zeit bis zur Blauen Stunde? Ich dachte mir, ich schaue mich mal ein bisschen um. Am Standort der letzten Aufnahme guckte ich nach Alternativen. Das hatte ich auch vor zwei Jahren gemacht. Plötzlich entdeckte ich westlich des winzigen Bootshafens eine kleine Wiesenfläche. Sofort machte ich mich auf, um zu sehen, wie Die Häuserzeile von Gerra von diesem Platz aus wirken würde. Ich war begeistert. Der Kirchturm verschwindet zwar fast hinter der Häuserzeile am See, aber die Boote des kleinen Hafens im Vordergrund und die Hafenmauer gaben ein tolles Bild. Eine halbe Stunde war ich mit Aufbauen und Ausrichten beschäftigt, bis der Bildausschnitt für mich passte. Weitere 20 Minuten machte ich Belichtungsreihen in den unterschiedlichen Lichtstimmungen der Blauen Stunde. Die letzten Belichtungen dauerten 15 Sekunden und ich hatte etwas Zeit, mich umzuschauen. Auf der gegenüberliegenden Seite leutchtete Ronco, Ascona und Orselina am Schwemmfächer der Maggia. Da entdeckte ich gleich unter mir ein kleiner Steg der Liegenschaft, die an die öffentliche Wiese andockte. Sehr fotogen. Aber schwimmende Stege schaukeln zu stark im Wasser, um jetzt in der Dunkelheit noch scharf abgebildet zu werden. Erstaunt stellte ich fest, dass es ein fixierter Steg war. Gleich nach der Blauen-Stunde-Serie richtete ich das Objektiv auf Ascona und den Eingang des Centovalli aus, mit dem fotogenen Steg im Vordergrund. Das Bild ist schon in der Dunkelheit entstanden, durch die lange Belichtung war es aber möglich, die „Nacht zum Tag“ zu machen.

Ganz zufällig ein Motiv gefunden – einen Fisch gefangen. Fotografieren ist wie Fischen…

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